Alle landwirtschaftlichen Entscheidungen und Veranstaltungen im heutigen Raum des Lüneburger Bezirksverbandes unterstanden seit 1830 den Land- und Forstwirtschaftlichen Provinzialverein für das Fürstentum Lüneburg e.V.
Am 22. Februar 1922 gründeten 16 der 22 Lüneburger Zuchtvereine den Bezirksverband hannoverscher Warmblutzüchter. Landschaftsrat Artur Frhr. von Spörcken, Lüdersburg, übernahm den Vorsitz mit Sitz in Lüneburg.
Im März 1925 trat Artur Frhr. von Spörcken von seinem Amt zurück. Graf B. von Bernstorf, Junkerwehningen, wurde für zwei Jahre sein Nachfolger. Die Geschäftsstelle des Lüneburger Bezirksverbandes hannoverscher Warmblutzüchter wurde nach Uelzen verlegt. 1927 übernahm Friedrich Frhr. von Spörcken, Lüdersburg, den Vorsitz, der aber aus Gesundheitsgründen schon 1929 aus dem Amt ausscheiden musste.
Am 23. November 1929 wurde Louis Wiegel, Oldershausen, zum Vorsitzenden gewählt und Kurt Jagau, Garlstorf, zu seinem Stellvertreter. Nach Louis Wiegel wurde die Verbandsweite Louis- Wiegel- Schau benannt, die bis 2008 durchgeführt wurde.
Nach dem Krieg folgte eine starke Pferdevermehrung, weil andere Zugkraft kaum vorhanden war. Aber schon bald verdrängten die Schlepper das Pferd als Arbeitstier und der Pferdebestand ging rapide zurück. Das Zuchtziel musste verändert werden. Es folgten für die Züchter zwanzig schwere Jahre, bis es wieder bergauf ging. 199 wurde die erste Verdener Reitpferdeauktion durchgeführt. 33 Prozent der dort verkauften Pferde kamen von Züchtern aus dem Lüneburger Bezirksverband. Über die Verdener Auktionen errangen eine Reihe von Hengsten, die auf den Lüneburger Stationen ihren Dienst taten, ihren großen Ruf als Reitpferdevererber: Agram, Senat, Lavendel, Domspatz, Pik As xx, Servus, Der Löwe xx, Wohlklang sowie der Goldfisch II- Sohn Gotthard.
1963 trat Louis Wiegel von seinem Amt zurück und Paul Hermann Reinstorf, Bütlingen, übernahm die Aufgaben.
Paul Hermann Reinstorf gelang es am 16. Dezember 1967 mit der Weidegemeinschaft Langenhaken in Oldershausen einen Vertrag abzuschließen, bei dem der Bezirksverband das Recht erhielt, jährlich 18 Hengstjährlinge bzw. zweijährige Hengste auf diese Weide aufzutreiben. Mit dieser Hengstweide wurde den Züchtern die Möglichkeit gegeben ihre guten Hengstfohlen selbst aufzuziehen.
1977 wurde Friedrich Jahncke , Bückau, zum Vorsitzenden gewählt. Nach einer Satzungsänderung war das gleichzeitig die Geburtsstunde eines neuen Vorstandes aus fünf Mitgliedern und eines Beirates, dem die Vertreter aller angeschlossenen Pferdezuchtvereine des Bezirks (Ahnsen, Altlenburger Elbmarsch, Burgdorf, Celle/ Südheide, Dannenberg, Kreis Fallingbostel, Hollenstedt, Gartow, Lüchow, Luhmühlen, Soltau, Uelzen, Winsen/ Luhe, Wittingen) angehören. Einmal jährlich findet eine Beiratsitzung statt, zu der die Vorsitzenden und Geschäftsführer der Pferdezuchtvereine eingeladen werden und ihre Belange besprochen werden.
Auf Friedrich Jahncke folgte 1993 Manfred Reinstorf, Bütlingen. Von 2001 bis 2008 leitete Georg Lichtenberg, Wietze, die Geschicke des Bezirks. Sein Nachfolger Dieter Köneke, Nienhagen war bis zum Jahr 2017 im Amt. Von 2018 bis 2021 vertrat Thorsten Hogrefe, Rethem den Lüneburger Bezirksverband als 1. Vorsitzender und wurde 2021 schließlich, von dem bis dato amtierenden 1. Vorsitzenden Helmut Bäßmann, Meitze abgelöst.
Am 29. März 2006 fand ein Zusammenschluss mit dem Bezirksverband Schleswig- Holstein statt, zu dem die Pferdezuchtvereine Harburg- Land, Hamburger Marsch und der Hannoveraner Zuchtverein in Schleswig- Holstein gehören.
Die Schwerpunkte der heute 17 Pferdezuchtvereine sind die Stuten- und Fohlenschauen im jeweiligen Vereinsgebiet.
Der Lüneburger Bezirksverband führt in jedem Jahr in Beedenbostel das „Lüneburger Elite Championat" mit großem Erfolg durch. Jeder Zuchtverein schickt die Siegerstute, das Siegerfohlen und die Siegerfamilie seiner Schauen dorthin, um sich für den Titel „Lüneburger Elite- Fohlen", „ Lüneburger Elite- Stute" oder „Lüneburger Elite- Familie" zu bewerben. Die Lüneburger Elite- Familie erhält seit 1982 den Wanderehrenpreis der Bronzestatuette „Mutter mit Fohlen".
Seit 2006 ist der Lüneburger Bezirksverband hannoverscher Warmblutzüchter wieder ein eingetragener Verein.